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Gegenwärtig sind Fachberichte zu folgenden Themen in Bearbeitung:

HTA-Bericht zur Kombinationstherapie mit Memantin und Cholinesterasehemmern im Vergleich zur Monotherapie mit Memantin oder Cholinesterasehemmer bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Alzheimererkrankung

Hintergrund

Für das Bestehen einer Demenz muss, entsprechend der aktuellen Definition, neben einer Beeinträchtigung des Gedächtnisses noch mindestens noch eine weitere Störung vorliegen, z.B. eine Störung der Sprache, Beeinträchtigung der Ausführung von motorischen Aktivitäten, Unfähigkeit, Gegenstände zu identifizieren, oder eine Störung der sogenannten Exekutivfunktionen (z.B. Planen, Organisieren).

Die vermutlich bekannteste Form der Demenz ist die Alzheimer-Demenz. Alzheimer-Demenz – entweder für sich alleine oder in Kombination mit anderen Erkrankungen ist eine der häufigsten Demenzformen. Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) leiden in der Schweiz ungefähr 119‘000 Menschen an Alzheimer, die Tendenz ist steigend. Es werden grob zwei Formen der Alzheimer-Demenz unterschieden. Die sogenannte sporadische Form ist durch eine Reihe von genetischen Faktoren bedingt und tritt selten bei Personen unter 60 Jahren auf. Sie ist die häufigste Form der Alzheimer-Demenz. Die familiäre Form wird autosomal dominant vererbt und entwickelt sich typischerweise bei Patienten im Alter von 30-60 Jahren. Sie ist selten (weniger als 1% der Fälle). Alzheimer-Demenz tritt häufig in Kombination mit einer vaskulären Demenz auf.

Alzheimer-Demenz ist nicht heilbar und das Ziel der verschiedenen Therapien ist daher, den Verlauf zu verlangsamen. Die Monotherapie mit Cholinesterasehemmer ist für Patienten mit einer leichten bis mittelschweren Demenz zugelassen. Die Monotherapie mit Memantin kann bei Patienten mit einer mittelschweren bis schweren Demenz eingesetzt werden.

In der Praxis könnten somit Patienten mit mittelschwerer Demenz mit beiden Medikamenten (Kombinationstherapie), also mit einem Cholinesterasehemmer und Memantin behandelt werden. Anders als in vielen europäischen Ländern übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung der Schweiz jedoch nur die Kosten für die Therapie mit jeweils einem Medikament. Ein Antrag zur Rückerstattung der Kombinationstherapie durch die obligatorischen Krankenpflegeversicherung wurde im Jahr 2012 mit der Begründung von fehlender Evidenz abgelehnt.

Fragestellung

Ziel des HTA-Berichts ist der Vergleich der Kombinationstherapie mit Cholinesterasehemmer und Memantin mit einer Monotherapie mit entweder Cholinesterasehemmer oder Memantin bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz. Hierbei werden beide Formen der Alzheimer-Demenz (sporadische und familiäre) sowie Mischformen der Alzheimer-Demenz und anderer Demenzkrankheiten berücksichtigt. Die klinische Wirksamkeit und Sicherheit wird anhand randomisiert kontrollierter Studien untersucht. Ausserdem werden Analysen zum Kosten-Wirksamkeitsverhältnis der untersuchten Therapien und zu den Auswirkungen auf die Kosten des Gesundheitswesens durchgeführt. Zusätzlich werden die ethischen und legalen Implikationen untersucht.

Literaturverzeichnis

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  2. Maier WB, UB. Neurokognitive Störungen im DSM-5: Durchgreifende Änderungen in der Demenzdiagnostik. Nervenarzt. Vol 85. Berlin Heidelberg: Springer-Verlag; 2014:564–570.
  3. Bundesamt für Gesundheit (BAG). Nationale Demenzstrategie 2014-2017. www.bag.admin.ch/themen/gesundheitspolitik/13916/ accessed 27.05.2016. 2016.
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  5. UpToDate. Genetics of Alzheimer disease. www.uptodate.com/contents/genetics-of-alzheimer-disease, accessed 26.4.2016. UpToDate. 2016.
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  7. Kressig RW. Aktuelle Pharmakotherapie der Alzheimer-Demenz. www.tellmed.ch/include_php/previewdoc.php accessed 27.05.2016. Fortbildung - Medizin Forum. Der informierte Arzt. 2015.
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